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Freitag, 18. Mai 2012

Die Treffen mit Anne häuften sich und ehe ich mich versah, befand ich mich in einer festen Beziehung. Anne war ein Mäuschen mit piepsiger Stimme und einer Naivität, die zum Himmel schrie. Denn man konnte ihr, wenn man es geschickt anstellte, ein 20 jahre altes Auto als Neuwagen verkaufen. Sie liebte die Farbe rosa und fand alles, was vier Beine hatte, sooooooooooo niedlich.

Was ich wiederum nicht so niedlich fand, waren ihre leicht bräunlichen Zähne und die Ausreden, sie nicht küssen zu müssen wurden immer absurder. Ja, sie war lieb und nett aber keine für die Ewigkeit und deshalb war es auch nur eine Frage der Zeit, wann sich das ganze Versehen erledigen würde. Ich hatte wieder mal Berufsschule und langweilte mich durch den qualvollen Stundenplan.

Mein Verhältniss zu den Mitschülern war durchwachsen. Man unterhielt sich in den Pausen und half sich bei dem Unterrichtsstoff. Ansonsten ging jeder seiner Wege.

Anders war das Verhältniss zu Tobi der links von mir saß und Clara, die sich auf der anderen Seite befand. Wir waren ein enges Team und verstanden uns prächtig.

Einer für alle und alle für einen. Wir hatten alle nur ein Ziel und das hieß ganz einfach nur bestehen.

Die Schulzeiten erschienen endlos und anstatt zu lernen, entdeckte ich mit Tobi erneut die Zockerei.

Unsere Pausen verbrachten wir beim Döner-Türken der sich auf der gegenüberliegenden Seite vom Krankenhaus befand. In seinem Imbiss befanden sich 3 Dattelautomaten, die wir in jeder Pause malträtierten. Das Unglück begann damit, dass Tobi eine Serie bekam und 120 DM gewann. Angestachelt durch diesen Gewinn, besaß Tobi nun die felsenfesten Überzeugung, dass er nur noch gewinnen würde. Wir verzockten in den nächsten Wochen so viel Kohle, dass der Türke schon fast den roten Teppich für uns ausrollte. Nach dem sich die Schulzeit mal wieder dem Ende neigte, erfuhren wir unsere nächsten Stationen. Mein nächster Einsatz war die Onkologie. Bald geht es weiter - Komme einfach mal vorbei!