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Freitag, 18. Mai 2012

Der erste Zander 2010 in Brandenburg

Detta rief mich kurzfristig an und wollte Angeln gehen. Ich überlegte kurz und stimmte zu, da ich Frühdienst hatte und am nächsten Tag frei. Der Treffpunkt war der selbe wie Anfang Mai. Die Schande an dieser Stelle nichts gefangen zu haben wollten wir nicht auf uns sitzen lassen und machten einen Zeitpunkt aus. Aus Dettas Mund kam noch so etwas wie das Wort Boot heraus und ich mußte Nachfragen was er meinte. Na ein Boot brauchen wir dröhnte es durchs Telefon. Ein Boot, wo soll ich denn jetzt ein Boot herkriegen? Kaufen knurrte er knapp und fügte hinzu,dass das doch nicht so schwierig sei. Aha antwortete ich und grübelte wie ich jetzt noch an ein scheiß Boot herankam.

Alles eingepackt und nächsten Tag zum Dienst. Ein Boot hatte ich immer noch nicht aber eine Frau die recht flexibel war. Also habe ich sie angerufen mit den Worten Schatz ich brauch ein Boot. Was für ein Boot fragte Sie? Na ein Boot, ein Schlauchboot gibts im Baumarkt und ich brauche es bis 14.30 Uhr. Pffffffffffffffffffffft hörte ich am Telefon und stöhnend sagte Sie also gut ein Boot. Ich grinste und warf gleich hinterher Paddel und Blasebalk müssen auch dabei sein. Da ich die Geduld nich überstrapezieren wollte, legte ich mit Gefühlsduseleien meiner Zuneigung auf. Pünktlich um 14.30 Uhr traf Boot, Paddel und Blasebalk bei mir auf Arbeit ein. Dazu eine völlig fertig und abgehetzte schöne Frau mit genervtem Gesichtsausdruck. Sehr gut sagte ich, packte das Gerümpel ins Auto und verabschiedete mich. Eine Stunde später war ich dann da und sah Detta, wie er versuchte Köderfische zu fangen. Ein grinsendes Hallo und ruckzuck wurde alles aufgebaut.

Detta sah das Boot und gleichzeitig machte sich ein fettes Grinsen auf seinem Gesicht breit. Er stopfte den Blasebalk in die Öffnung und fing an zu Pumpen. Aus dem geknautschten Stück Plastik wurde tatsächlich ein Schlauchboot. Wir entschlossen uns nur auf Zander zu Angeln und sortierten die gefangenen Köderfische aus. Nachdem das Schlauchboot fertig war, wies mich Detta daraufhin, daß er zu schwer für das Boot sei und ich fahren müsse. Gut er war schwer aber so schwer nun auch wieder nicht. Lange Rede.... auf gehts. Rein ins Boot und das Blei der Grundmontage zwischen die Zähne. Köderfische im Eimer gut verstaut ging es rüber auf die andere Seite. Etwa 160 Meter Schiffsreise lag vor mir und ich hoffte inständig das Detta die Freilaufrolle anhatte, denn ein 30iger Birnenblei kann in einem Gebiss schon mächtig Schaden anrichten.

Ich mußte 4 mal über den See paddeln bis alle Angeln gut plaziert waren. Ich stellte alle Köder 30cm vorm Schilf auf und achtete darauf, dass die Sehne nicht auf dem Wasser lag, sondern auch unterging. Wieder zurück musste ich erst mal eine Quarzen und ein Bier trinken. Detta hatte derweil alle Angeln und Pieper professionell ausgerichtet. Müde sank ich in den Angelstuhl und war gespannt ob sich das Desaster von Anfang Mai wiederholen würde. Die Zeit verging und es war 22.30 Uhr. Es war bereits schon völlig dunkel und im Hintergrund hörte man nur das Dröhnen des Wasserpumpwerks für die Felderversorgung.

Wir beide waren etwas eingenickt als ein schrilles Piiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiep die Stille durchbrach. Völlig erschrocken riss ich die Augen auf, um den schuldigen Pieper ausfindig zu machen. Detta knurrte müde, dass es meiner wäre. Ich sah das Nachblinken der kleinen blauen Lampe und kletterte aus meinem Stuhl. Die Sehne wurde zügig von der Rolle gezogen und ich schaute mir dieses Spektakel noch etwa 10 Sekunden an, als ich mich entschloss den Anhieb zu setzen. Es waren 160 Meter und ich hoffte, dass die Sehne auf Spannung war. Mit einem Ruck riss ich die Rute vom Rottpott und verspürte einen schweren Gegenstand. Die Bremse war mittelschwer eingestellt, was meinem Feind aber nichts ausmachte, denn er zog unverdrossen weiter Schnur von der Rolle. Ich schielte zu Detta hinüber und konnte erkennen wie er sich mit Kescher bewaffnete und sich am Uferrand positionierte. Ich versuchte währenddessen immer mehr Schnur zu gewinnen und hatte das Gefühl, dass mein Gegenüber immer schwerer zu werden schien. Nach etwa 10 Minuten war mein geheimer Freund noch 20 Meter entfernt. Eine große Buckwelle walzte auf uns zu und ich hatte keine Ahnung, auf welche Art von Fisch dieses zutrefen könnte.

Detta machte Licht und steuerte den Lichtpegel auf die ungewöhnliche Welle die sich uns unaufhörlich näherte. So langsam war zu erkennen, dass es sich um einen riesigen Haufen Kraut handelte und ich hatte die Sorge, dass da womöglich gar nichts dran war. Noch 5 Meter Entfernung als sich das Kraut auf einmal heftig nach links bewegte. Also doch rief ich Detta zu der zustimmend nickte. Es gab noch etwa drei Fluchtversuche bis das unbekannte etwas zu erkennen war. Müde und gezeichnet ließ sich der Fisch in den Kescher führen. Ich sah Detta an, dass er so seine Mühe hatte, den Fisch sicher an Land zu hiefen. So nun wollen wir mal schauen was wir da haben. Es war ein Zander von stattlicher größe. Er schillerte silber goldfarben und schlug mit seinem kräftigen Schwanz im Kescher umher. Mit einer Klemme entfernte ich den Haken und verstaute ihn in eine Tüte. Zeitgleich ging der nächste Pieper und es war wieder meiner. Ich schnellte herum und setzte ohne nachzudenken den Anhieb. Nach kurzem Wiederstand merkte ich, dass der Fisch ausstieg und ich den Blanken Haken einziehen mußte. Wir freuten uns die Schmach vom letzten mal wieder ausgebügelt zu haben und warteten dann die letzten 2 Stunden vergebens auf den nächsten Biss. Es war jetzt 1.00 Uhr nachts und wir packten unseren Krempel ein um nach Hause zu fahren. Es war ein guter Fang dank Dettas Idee mit dem Schlauchboot. Allerdings war die Superidee mit 70€ nicht gerade die günstigste.

Wetter Klar, 24C Grad

Wasser 20C Grad

Luftdruck fallend

Köder 10 cm Rotauge

Montage Grund - Schilfkante

Fang : Zander 78 cm

Gewicht 3,6 Kg

Dit isser - der Zander aus Brandenburg