Hechte im Herbst bei Berlin – Die Schlacht beginnt !
Es war Anfang Dezember und die Angelzeit neigte sich zu ende. Draußen war es kalt und regnerisch als Detta und ich noch einmal beschlossen, morgens unser Glück auf Hecht und Zander zu versuchen. Wir telefonierten kurz, um Zeit und Treffpunkt auszumachen. Einerseits freute ich mich auf diesen Tag, andererseits hasste ich die dafür notwendige Packarie. Da ich ein Problem mit Kälte hatte, sah mein Rucksack aus, als würde ich den Mount Everest besteigen wollen. 3 Hosen, 3Wollpullover, Mütze, Handschuhe und die Thermoskanne nahmen den meisten Platz im Rucksack ein. Rutentasche, Angelkoffer, Kescher und natürlich der Angelstuhl. Dieser viel logischer weise etwas größer aus, da ich auch bequem sitzen wollte. Jetzt stelle man sich vor, dass das ganze Gerümpel in einen Citroen C2 verstaut werden musste. Ich sah aus, wie ein Kriegsflüchtling aus Afghanistan, der sein ganzes Hab und Gut in Sicherheit bringen wollte.
Obwohl mein Freund Detta nur eine Mofa besaß, mit der er fast den gleichen Krempel bewerkstelligen musste. Der Wecker klingelte um 4.00 und ich quälte mich mühselig aus dem Bett. Der Weg in die Küche war um diese Zeit besonders schwierig, denn ich brauchte eine Weile bis ich richtig gerade aussehen konnte. Brote geschmiert, Kaffee gekocht und rein in die Klamotten. Stöhnend hievte ich den Rucksack hoch, um ihn irgendwie in meinem großräumigen C2 zu verstauen. Ich war froh noch selber Platz in diesem, na sagen wir mal Auto zu finden.
Dafür sprang er zuversichtlich an und suchte seinen Weg wie selbstverständlich zu meinem Angelsee. Gegen 5.30 war ich da und sah Detta schon in unserem Ruderboot sitzen. Ein kurzes Hallo und meine Klamotten fanden Ihren Platz auf der 2,50qm großen Yacht.
Es dauerte etwa 30 Minuten bis Detta unseren Angelplatz erreichte. Die Ruderei war immer das gleiche Procedere. Detta ruderte und maulte während ich zuschaute und schon wieder anfing zu frieren. Der See war glatt wie ein Spiegel und man sah am Ufer Schilfreste, die mit Raureif überzogen waren. Wir versuchten eine neue Technik und fingen an, alles genau zu beobachten. Wir warteten solange, bis wir es an der Wasseroberfläche rauben sahen. Zeitgleich machten wir unsere Angeln fertig, um diese an den beobachteten Punkten zu platzieren. Wir angelten mit Köderfischen zwischen 15 – 25 cm. Es dauerte etwa 60 Minuten, bis die erste Pose mit einem hörbaren Blubb unterging. Ich klapperte mit den Zähnen und versuchte Biss hervorzubringen, was aber völlig überflüssig war, denn Detta hatte seine Angel bereits in der Hand um den Anhieb zu setzen. Wir beobachteten die Pose und sahen sie rasant nach links wandern. Als sie gefährlich nah an einen im Wasser liegenden Baum kam setzte Detta mit einem Ruck den Anhieb. Die Rute gab seltsame Töne von sich und die Pose die so eifrig nach links wanderte war nun verschwunden. Ich versuchte mit dem Klappern aufzuhören und nestelte nach dem Kescher. Detta stand beim Drillen auf und die Nussschale fing gefährlich an zu schaukeln. Die Rutenspitze krümmte sich ächzend und zitterte ständig von oben nach unten. Es waren noch etwa 2 Meter, bis der Fisch das Boot erreicht hatte. Ich hielt mich mit dem Kescher bereit und hoffte keinen Fehler zu machen, denn Detta konnte sagen wir mal schnell aufbrausend werden. Ein ziemlich großer Schatten tauchte aus dem See auf und wir stellten schnell fest, dass es sich hier um einen Hecht guter Größe handelte.
Sicher fing ich den Hecht im Kescher ein und landete ihn im Boot. Fing ja gut an, denn der Hecht hatte eine Größe von 78 cm und war 3,2 Kg schwer. Wir rauchten eine Zigarette und suchten uns unseren nächsten Stellplatz aus. Eine Bucht sollte es sein, die nicht tiefer als 1,20m war. Köderfische montiert und raus mit den Gesellen. Detta angelte auf Grund mit Stahlvorfach und Zwillingshaken, ich dagegen bevorzugte den Drillingshaken und stellte meinen Köderfisch auf 50cm tiefe.
Keine 20 Minuten später ratterte auch schon die Knarre los und ich sah die Pose zügig Richtung Ufer wandern. Mit einem heftigen Ruck setzte ich den Anhieb und merkte erheblichen Widerstand. Nach mehreren Fluchtversuchen hatte diesmal Detta einen 82cm großen Hecht im Kescher und landete diesen genauso sicher im Boot wie ich zuvor. Er hatte ein Gewicht von 3,8 Kg
Anstatt den Platz zu wechseln, entschieden wir uns noch eine Weile zu bleiben und lagen mit dieser Entscheidung auf der richtigen Seite. In den nächsten 3 Stunden fingen wir noch 4 beträchtliche Hechte die fast alle das gleiche Maß und Gewicht hatten. Wir setzten die unverletzten wieder zurück und machten uns am späten Mittag auf den Weg nach Hause. Es war ein absolut erfolgreicher Angeltag wo zwei unterschiedliche Angelpraktiken zum Erfolg führten.
Angelzeit von 6.00 – 14.00
Temperatur -2 C`
Lufdruck : fallend
Nordost - Wind
Fanggebiet an der Schilfkante und im Mittelwasser
Köderfisch totes Rotauge zw. 15cm – 25cm
Fangerfolg 6 Hechte zw. 77cm – 94cm