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Freitag, 18. Mai 2012

Angeln im Mai 2010


Jeder Tag ist Angeltag-

aber nicht jeder Tag ist Fangtag!

Angeltour im Mai 2010

Es ist Anfang Mai und unsere traditionelle Angeltour stand kurz bevor. Jedes Jahr ging es 7 Tage in Brandenburg an einen See, um den Kapitalen das fürchten zu lehren. Es war wie immer eine grausame Packerei. Immer wieder greifen dich böse Gedanken an, ob du nicht irgendetwas vergessen hast. Wir haben uns diesmal einen anderen See ausgesucht, da unser eigentliches Zielgewässer von dem Winter ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Es war einer der Seen, den es mit am schlimmsten getroffen hatte, denn gut 80% vom Fischbestand hatte diesen Winter nicht überlebt.

Es waren gemischte Gefühle die wir im Mai hatten, denn keiner kannte das neue Gewässer und keiner von uns hatte eine Ahnung wie der See wohl ticken würde. Wir hatten uns im Vorfeld eine recht reizvolle Stelle ausgesucht und waren überzeugt davon, hier gute Fänge landen zu können. Es war eine kleine Landzunge, die in den See stach und das Angeln nach allen Seiten ermöglichte. Es gab tiefen bis zu 4 Metern und diverse Schilfkanten die uns in unserm Vorhaben bestärkten. Detta trat unsere Angeltour bereits um 8.00 Uhr an, da ich noch bis 15.00 Uhr arbeiten musste. Geschlaucht von der Arbeit, kletterte ich in mein vollbeladenen C2 und steuerte den neuen See in Brandenburg an. Es dauerte knapp 1Stunde bis ich mein Ziel erreichte. Ein verschwitzter Detta stand am Ufer und schaute wie ein zurückgelassener Dackel in die Weite. Ich rumpelte über die letzten Meter des Feldweges und war froh endlich angekommen zu sein. Kippe an und erst einmal aussteigen. Detta hatte schon reichlich vorgearbeitet, denn mein Zelt stand schon fertig aufgebaut unter einem riesigen Lindenbaum. Die Rottpotts ( Rutenhalter) waren schon an den bestimmten Stellen plaziert. Ein grinsendes Hallo war gleichzeitig die Aufforderung zum Ausladen meines Gepäcks. Es dauerte eine weile und ich genoss die schöne Natur um mich herum.

Alles fing an zu blühen und hatte einen eigenartigen Geruch. Kleine Seerosenfelder wucherten aus dem See und beflügelte unseren Jagtinstinkt auf den Kollegen Karpfen.

Detta hatte sich im Vorfeld zwei Plätze zum anfüttern ausgesucht und mir diese ausführlich beschrieben. Er hatte nicht übertrieben und somit stand einer erfolgreichen Angelwoche nichts mehr im wege. schnell alles verstaut und aufgebaut und schon flogen die ersten Angeln in den See. Am Tage sollte es auf Karpfen gehen und in der Nacht sollte es dann dem Zander, Aal und Hecht an den Kragen gehen.

Wir hatten unsere übliche kleine Feuerstelle, die es uns ermöglichte, zu jeder Zeit etwas warm machen zu können. Das Wetter war leider ziemlich kalt und es machte die Allgemeinsituation nicht gerade leichter. Es waren nun schon zwei Tage vergangen und wir hatten bis dahin nicht einen Biss. Wir änderten unsere Taktik und beangelten am Nachmittag die Schilfkanten mit Köderfischen. Gegen späten Abend bauten wir auf Boilliemontagen um und plazierten diese an den angefütterten Stellen. Weitere Tage vergingen und unsere Laune sank im Minutentakt. Wir stellten unser Fangsystem in Frage und dachten uns ständig neue Methodenaus, um die blöden Viecher überlisten zu können.

Am vierten Tag, es war morgens gegen 8.00 Uhr saßen wir ziemlich genervt an unserem Feuer und sagten dem Tag mit einem Becher Kaffee guten morgen. Als plötzlich einer der Pieper anfing loszurattern. Meine Güte war das ein Schreck, ich plemperte den Kaffee über meinen Pullover und starrte irritiert auf den ratternden Pieper. Detta war schon da, was ich bei seinem Bauchumfang schon recht erstaunlich fand. Er setzte den Anhieb und allein an seinem Gesicht konnte ich erkennen, dass da nur Kleinkram an seinem Haken hängen konnte. Ein Hecht von 40 cm kam zum vorschein und wurde dann wieder behutsam zurückgesetzt. Naja es war ein kleiner Lichtblick, der aber nicht dazu ausreichte, uns aus unser Lethargie herauszureißen.

In den Schilfkanten kam dann am Abend etwas Bewegung, denn man sah es ziemlich dolle Rauben und unser Jagtinstinkt fing wieder etwas an zu lodern. Sofort wurden Köderfische aufgezogen und den Räubern präsentiert. Die Konzentration versteifte sich jetzt voll und ganz auf den Kollegen Hecht und ließ den Karpfen Karpfen sein.

Zack, der erste Biss und das Adrenalin stieg bis zur Schädeldecke. Ich setzte den Anhieb, der natürlich volle Kanne daneben schlug. Ein lautes Scheiße hallte über den See und wurde von einem mitleidigen Grinsen eines alten Mannes begleitet.

Egal dachte ich, der kommt wieder und bot einen neuen Köder an. Keine 30 Sekunden dauerte es, bis die Pose erneut verschwunden war. Donnerwetter dachte ich und nahm die Angel in die Hand. Es gab einen kräftigen Schlag und ich spürte einen harten Gegenstand am anderen ende der Rute. Gegen meinen Willen zog das, was da an meiner Angel war in Richtung Schilf und ich konnte nur sehr wenig dagegen tun.

Die Rute war voll belastet und die Bremse qualmte fast vor Anstrengung. Detta kam mir mit dem Kescher entgegen als die Spannung plötzlich durch ein lautes Ping unterbrochen wurde. Ich hatte 30iger Sehne ( Monofil ) auf der Rolle die wie ein Faden durchgerissen wurde. Ich konnte es nicht glauben und sah fassungslos auf das abgerissene Ende meiner Sehne. Ich merkte eine nicht kontrollierbare Wut in mir aufsteigen und warf die Angel wütend ins Ufergras. In Dettas Augen sah ich Resignation und einen Hauch von Mitleid.

Ich brauchte einen Moment und ging über zu Plan B. Plan B hieß Osborne, war ein Brandy und 700 ml. schwer. Der restliche Tag war damit erträglich und die Nacht wie gewohnt recht unauffällig. Nach dem 6 Tag entschieden wir uns abzubrechen und packten das ganze Gerümpel zusammen. Wir halten fest, dass es ein sehr idyllischer Angelplatz war, der einem alle Möglichkeiten geboten hat.

Warum und wieso wir so leer ausgegangen sind vermag ich jetzt noch nicht zu sagen, aber eines ist sicher, denn wir kommen wieder und wieder und nochmal wieder.

Wetter :

Wetter: Tag 17C

Nacht 3C

Wassertemperatur 14 C

Luftdruck gleichbleibend

Wind 14 - 28 Stundenkilometer

Köder (Karpfen) Boillies, Popups, ( Muschelaroma)

(Hecht) Köfi 8cm - 15cm

Montage (Karpfen) 28 Monofile, Karpfenhaken mit Faden, 20cm

Vorfach, 50 Gr. Blei, Grundmontage

(Hecht) 30 Monofile, Stahlvorfach 40cm, Zwillingshaken

und Einzelhagen, Grundmontage, 25 Gr. Pose, Antitengelsystem.

25 Gr. Blei.