Karpfen und Welsjagd im Juli 2010
Morgen geht es los. Unsere Angeltour im July sollte 7 Tage dauern und an bekannter und beschriebener Stelle stattfinden. Ich hatte 10 Tage Urlaub und meine Tochter Laura zu Besuch. Da ich sie schon von klein auf immer mit zum Angeln nahm, war die Planung mit Ihr kein Problem. Detta und ich beschlossen auf Karpfen zu gehen und bereiteten uns dementsprechend darauf vor. Detta ging vorher anfüttern und sicherte einen Tag zuvor den Angelplatz. Die Planung war diesmal etwas schwieriger, da wir ja noch ein 15 jähriges Mädel dabei hatten. Für Detta war das kein Problem, denn er konnte ganz gut mit Jugendlichen und genügend Bier half über manche Situationen problemlos hinweg.
Ich hatte noch Dienst und der Plan war, meine Tochter nach der Arbeit am Angelplatz zu treffen. Ich mußte das Auto meiner Frau nehmen, da das ganze Gerümpel nicht in meinen C2 passte. Das Wetter machte die Planung was das Essen betraf nicht gerade leichter, denn es waren 35C Grad und bei der Temperatur konnte man nur hitzebeständige Lebensmittel einpacken. Also Dosenkram mit Ravioli, Chilli, Ravioli und noch etwas Chilli.
Die Rückbank war mit diversen Getränken belegt und ich stellte mir die Frage, wie ich wieder zurückkommen sollte. Denn meine Tochter war dann ja auch noch da und so wie ich sie kannte, hatte sie allerhand Krempel dabei. Gegen 15.00 Uhr machte ich Feierabend und bewegte den großen Citroen Richtung Angelplatz. Der 6 Zylinder schnurrte vor sich hin und fand sicher das ihm bekannte Ziel. Es war 16.00 Uhr und Detta hatte schon jede Menge Vorarbeit geleistet. Gegen 17.00 wurde meine Tochter von meiner Exfrau gebracht.
Es gab ein kurzes Palaver und etwas später sah man die Rücklichter von meiner Exfrau im Staub des Feldweges verschwinden. Ich versuchter meiner Tochter Laura eine kurze Einweisung über das Verfahren in unserem Lager zu geben, was leider, wie sich später herausstellte, völlig vergebens war. Liege, Feuerstelle und Angeln wurden innerhalb von 40 Minuten positioniert. Ebenfalls war auch unser neu erworbenes Schlauchboot dabei, das von Laura aufgepumpt wurde. Wir haben die Zeit mit 2 Booten geplant, da Laura auch eine Beschäftigung am Tage haben sollte. Das zweite Boot organisierten wir beim Fischer, was wir noch am selben Nachmittag etwa 2 km entfernt abholten.
Die Angeln waren klar aufgeteilt, links und rechts kam die Karpfenangeln hin und mittig zun See sollten die Raubfischangeln gestellt werden. Nach dem das Schlauchboot flott war, erhielt Laura den Auftrag Köderfische zu angeln. Ich kümmerte mich ums Abendbrot und Detta dachte nach.
Er hatte alles besorgt und Karpfentechnisch organisiert. Alles war vorhanden, Karpfenhaken, fertig eingelegte und vormontierte Boillies und und und. Die Hitze war fast unerträglich und drückte wie eine bleiernde Wand in unser Lager. Am ersten Abend fuhren wir unsere Raubfischköder auf die andere Seite vom See. Ähnlich wie beim Fang des Zanders vor 3 Wochen.
Die Karpfenruten wurden ebenfalls mit dem Boot ausgelegt. Dieses Procedere war mit dem Boot vom Fischer wesentlich einfacher als das rumgetorkele mit dem Schlauchboot. Von Vorteil wäre gewesen, wenn das Boot kein Leck gehabt hätte, was ständig zu nassen Füßen geführt hat. Nachdem alles fertig ausgelegt war, sah das Ufer aus, als würde man einen Großangriff starten wollen. Angel an Angel reihte sich aneinander und gab uns die Hoffnung etwas großes zu Fangen. Angeltechnisch waren pro Person mit Fischereischein 3 Angeln erlaubt, wogegen meine Tochter nur mit einer Angel auf Friedfisch fischen durfte.
Die Verpflegung am Morgen und am Abend übernahm die Frau von Detta, denn die hat uns jeden Tag mit Bröttchen, Kaffee und Grillfleisch versorgt. Noch einmal vielen Dank liebe Doris! Die ersten Tage und Nächte verliefen völlig ruhig um nicht zu sagen langweilig.
Die Hitze machte uns mehr und mehr zu schaffen. Schon am Morgen waren es 26C Grad im Schatten und die Fluchtmöglichkeiten in den Schatten waren sehr begrenzt. Laura vertrieb sich die Zeit auf dem Schlauchboot und erkundete das weitläufige Gewässer. Am Tage versuchte ich mich auf das Schleienangeln mit Wurm und Mais, was leider völlig vergebens war. Nachdem Laura den See nun kannte, kam auch bei Ihr die lange Weile auf. Das äußerte sich in einfach:,, alles liegen lassen! Schuhe lagen hier und dort, Klamotten lagen auf dem Auto oder im Gebüsch und am Besteck und Wassertopf klebten Nudeln von letzter Nacht. Ihre Unordnung wurde jeden Morgen gegen 5.00 Uhr von Detta mit lautem Getöse und Gebrabbel quittiert. Mal Flog der Wassertopf an unser Zelt oder geschmolzene Schokokugeln schmückten unseren Angelplatz. Verständlicherweise, denn wer will in seinem Kaffeewasser schon klebrige, weichgekochte Chinanudeln? Im grunde sah unser Angelplatz wie ne Müllkippe aus. Man glaubt ja nicht wie schwer es zu sein scheint, eine Flasche wieder zuzudrehen oder seine Sachen dahinzulegen, wo man sie vorgefunden hat.
Durch das alltägliche Aufräumen, hatten wir zumindest am Tage etws zu tun. Am 4 Tag hatten wir Besuch vom Fischer und er erzählte uns von einem Wels, der hier sein Unwesen treiben soll. Diese Geschichte deckte sich mit Dettas Geschichte, denn der hat diesen Wels schon beim Stippen beobachten können. Und so wie es der Zufall will, hatte Detta heute ein erneutes Erlebniss mit dem Wels. Um die Mittasgzeit erschien dieses Urvieh ein zweites mal und jagte ihm beim Stippen einen gehörigen Schrecken ein. Nichtsahnend drehte er vor Dettas Angelstuhl eine mächtige Runde und der dicke Schädel von dem Wels war deutlich sichtbar. Wild gestikulierend gab Detta uns zu verstehen, dass wir mal herkommen sollten. Er schilderte uns das eben erlebte Erlebniss und machte immer noch einen leicht verstörten Eindruck. Ich dachte an die große Rotfeder, die sich noch im Köscher befand. Sie war etwa 28cm groß und kam mir gerade recht. Alles schnell umgebaut großes Stahlvorfach mit Drilling montiert und ab gehter Hans Peter. Die Rotfeder wurde auf Grund genau da angeboten, wo Detta den Wels gesehen hatte. Nachdem sich alle wieder etwas beruhigt haben, beschlossen Laura und ich etwas auf dem See rumzupaddeln. Wir quetschten uns ins Schlauchboot und eierten über den See. Wir verschwanden um die nächste Kurve als ich irgendetwas oder jemand rufen hörte. Es war nichts zu hören und ich fragte Laura ob sie was gehört hätte? Sie schüttelte den Kopf als sie plötzlich doch rief. Frank Frank Fraaaaaaaaaaaaaaaaaank hörte man leise eine Männerstimme rufen. Also rief ich zurück jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa wat iss denn?
Dann war es stumm und ich dachte das Detta was passiert sei. Also Hackengas und zurück zum Lager Paddeln. Als wir die Kurve hinter uns gelassen haben, konnte ich Detta halb im Wasser stehend, wild mit seinen Armen rudern sehen. Wat macht der da? Wieso steht der denn im Wasser? Also rief ich wieder waaaaaaaaaaaaaaaaat iss denn? Irgendwatt mit Angel schrie er. Ich wußte nicht was er meinte und forderte Laura auf schneller zu Paddeln. Noch etwa 20 Meter zum Ufer und Detta schrie immer Angel im Wasser, Angel im Wasser der Wels hat die Angel ins wasser..... Wat! Meine Angel der Wels hat wat? Alter wat bin ick jerudert Freunde. Angekommen hockte Detta am Ufer und hielt mit einem Stock meine Angel fest. Ich steuerte seine Richtung an und nestelte unter Wasser nach meiner Angel. Es dauerte einen Moment bis ich sie in der Hand hielt und setzte noch beim hochheben den Anhieb. Der allerdings ging ins Leere, da zu viel Schnur von der Rolle gelaufen war. Ich mußte ersteinmal sortieren und stellt fest, dass der Wels nicht mehr da war. Völlig zerstört kletterte ich an Land und schaute Detta verdutzt an. Er schilderte die Situation und erklärte mir, dass die Rute regelrecht aus dem Ständer gerissen wurde und Ihn seine Wampe daran hinderte die Angel wieder aufzuheben. Es gab ein schallendes Gelächter, was wir mit Bier und Zigarette beendeten. Allein dieses Erlebniss rettete die letzten zwei Tage und unsere Hoffnung auf einen kapitalen Fang stieg wieder enorm an.


