Anhieb und ein satter Widerstand - Die Karpfen sind da!
Am Abend haben sich noch 3 Angelkumpels angekündigt. Wir räumten deshalb eine Seite frei, damit die Jungs etwas mehr Platz hatten. Für Laura war es eine willkommende Abwechslung, denn wie man sich vorstellen kann, war es für sie teilweise ganz schön langweilig wenn nichts passierte. Gegen Abend waren dann alle eingetroffen und es herrschten Verhältnisse, wie auf einem Ameisenhaufen. Jeder kramte und redete, überall standen Angeln und Bierflaschen herum. Der Grill war im Dauerbetrieb und es dauerte Stunden bis halbwegs Ruhe einkehrte. Ich war damit beschäftigt die Angeln erneut auf die andere Seite zu Rudern, als Peterchen nach 10 Minuten den ersten schönen Schlei landen konnte. Komische Sache, da sitzen wir fast 5 Tage wie die blöden und fangen kein einzigen Fisch und kaum kommt ein anderer und holt einen wunderschönen Schlei an Land. Gegen 23.00 Uhr war dann Ruhe, dachte ich jedenfalls. Ich war mit meinem Schlafsack beschäftigt, der wohl für den Sommer eine Fehlinvestition war. Aus Sorge vorm Frieren, kaufte ich mir einen Schlafsack der bis zu minus 50C warm hält. Blöde Sache, denn wir hatten nachts 25C Grad. Wie auch immer gegen 00.30 packte der erste seinen Krempel wiederzusammen und machte sich vom Acker. Nüscht mit schlafen. 01.45 Uhr dann der nächste. Es war ein kommen und gehen und keiner hatte einen nennenswerten Biss in dieser Zeit. Gegen Morgen schepperte auf einmal einer meiner Pieper. Ich war gerade aus dem Zelt geklettert und konnte dadurch schnell bei meiner Angel sein. Meine Hände fanden zielsicher den Griff meiner Angel. Wie von selbst erfolgte der Anhieb und ein satter Wiederstand war deutlich zu spüren. Inzwischen waren auch alle anderen wach und schauten gespannt auf den spiegelglatten See, um das Ungetüm am anderen Ende zu entdecken. Der Feind lief nach rechts und nach links und kreuzte jede Rute die in unmittelbarer Nähe stand. Es machte den Drill nicht unbedingt leichter, wenn da auf einmal noch 4 andere Ruten mit im Spiel sind. Anhand des Verhaltens war uns schnell klar, dass wir es hier mit einem mittelgroßen Karpfen zu tun hatten.
Sowie er sich dem Ufer näherte, begann der nächste Fluchtversuch. Mit wilden Manövern versuchte er meine Bremse zum schweigen zu bringen. Es dauerte etwa 25 Minuten, bis ich den Kampf für mich entscheiden konnte. Der Preis war ein Karpfen der 61cm lang war und 4,2 Kg schwer. Zusätzlich beinhaltete der Fang 3 Grundbleie, 2 Antitengelsysteme und jede Menge Kraut umwickelt von meterlanger Sehne.
Der Tag fing gut an und ließ auf sehr viel mehr hoffen. Gegen 16.00 ging dann der nächste Pieper und man glaubt es kaum, es war der von Detta. Der Drill war nicht sonderlich lange, denn es war ein Karpfen in Portionsgröße, den Detta profihaft durch 4 Angeln manöverierte, ohne sie zu berühren. Der Vorteil wenn Detta dabei ist, dass er seine Fänge meistens an mich abtritt. Dafür noch mal vielen Dank. Die Nacht blieb ruhig und ohne Vorkommnisse. Es war die Zeit, wo sich meistens mein Magen meldete. Denn Nnach 6 Tagen Grillfleisch und Dosengerümpel war der Zustand wohl normal und ich freute mich so langsam auf das Ende.
Der nächste Tag begleitete uns mit 38C Grad und lies die Angelei fast unerträglich werden. Die Raubfischangeln haben wir auf Karpfen umgerüstet und erhofften uns dadurch noch weitere Fänge. Ich versuchte am Nachmittag Laura ins Schleiangeln einzuweihen was aber zu einer gründlichen Geduldsprobe wurde. Die Stunden von 17.00 - 19.30 Uhr wurden von mächtigen Wutausbrüchen begleitet. Man kann sich nicht vorstellen wie eine 15jährige fluchen und ausrasten kann, wenn es mal nicht so läuft wie es laufen sollte. Der Kerl den sie mal kriegt, der tut mir jetzt schon leid.
Gegen 19.40 Uhr legte ich eine Posenmontage auf Schlei an ein Seerosenfeld. Bestückt mit einem fetten Tauwurm. Detta hing wie ein Toter in seinem Stuhl und japste nach Luft. Laura stand mit Zornesröte unter einem Baum und verfluchte mich, dass Angeln und wahrscheinlich Gott und die Welt.
Ich stierte auf die Pose und bemerkte wie sie anfing zu Zucken. Ich zögerte und nahm mir vor bei der nächsten Bewegung den Anhieb zu setzen. die Pose fing an zu taumeln und ich hielt die Angel in der Hand. Zack ich riss die Angel seitwärts nach oben und merkte etwas schweres am anderen Ende. Ich begann zu kurbel was nur wenig Sinn machte, denn das Ding zog mir die Schnur wie Butter von der Bremse. Nervös stellte ich die Bremse nach und konnte es kaum glauben, was der gegenüber mit meiner Schnur macht. Etwas hilflos brüllte ich nach Detta, der immer gute Ratschläge hatte und wesentlich rutinierter war. Detta kam wie unter Drogen gesetzt in meine Richtung gewankt und suchte dabei mit irrem Blick nach dem Kescher. Auch Laura erwachte aus Ihrer Wut und verfolgte gespannt die Ereignisse. Da sie noch nichts gefangen hatte bot ich Ihr die Angel an um zu sehen wie es ist, wenn man mal was größeres an der Angel hat. Sie lehnte unsicher ab, worauf ich mich wieder um meinen Freund kümmerte. Ich hatte eine leichte Spinnrute in der Hand, was die Sache nicht unbedingt leichter machte. Sowie ich 2-3 Meter einholte, nahm mir der Kollege das doppelte wieder ab. Die Bremse quietschte und ratterte und die Angelspitze bog sich gefährlich nach unten. Der Vogel unter Wasser machte so ein Theater, das ich die Bremse wieder etwas löste damit er sich weiter müde kämpfen kann.
Er zog die Schnur und suchte die Mitte vom See. Ich ließ ihn gewähren und hoffte das das Material halten würde. Ich war neugierig auf das was da wohl so kämpfen würde. Wie würde er aussehen und wer war er überhaupt? Auf einmal änderte er die Richtung und kam uns Richtung Ufer entgegen. Wie irre kurbelte ich die Schnur ein und versuchte die Spannung zwischen ihm und mir zu halten. Er zog Kreise, ging unter und tauchte wieder auf. Jedesmal wenn ich dachte das er soweit ist, machte er eine Kehrtwendung nahm Schnur und fing das Spiel von vorne an. Es war ein Karpfen, soviel stand schon mal fest.
Ein Karpfen der alles dafür gab nicht in diesem Kescher zu landen. Ein Karpfen der um sein Leben kämpfte und das mit aller Gewalt. Nach etwa 40 Minuten kam sowie bei ihm als auch bei mir die Müdigkeit auf. Die Fluchtversuche wurden weniger und die Bremse schien der Sieger zu bleiben. Nach weiteren 10m Minuten konnte ich meinen Gegner das erste mal richtig sehen. Ein wunderschöner Wildkarpfen von 82 cm und 7,9Kg. Detta landete völlig cool das Prachtexemplar und zeigte echte Freude über meinen Fang.
Leider war dieser Fang auch der letzte bei dieser Tour, aber dennoch haben wir im nachhinein keinen einzigen Tag bereut. Alle blieben gesund bis auf unser Schlauchboot, denn dieses konnte die Last von meinem Kumpel Detta nicht ertragen und machte die Grätsche. In eigener Sache möchte ich meinem Kumpel mitteilen, dass er nicht den Kopf hängen lassen soll. Denn irgendwann fängst auch Du mal wieder einen Fisch mein Freund.
Petri Heil
Danke Du Fischkopp sacht mal Detlef! - War heute kurz mal Angeln für ne Stunde ! Bild unten Du Pelle !
Wetter - Daten
Wetter Tag 33 - 36C Grad
Nacht 22 - 25C Grad
Luftdruck Konstant
Wassertemp. 24C Grad
Wind Null
Köder Wels 28cm Rotfeder Grundmontage
Biss um 14.00Uhr bei 38C Grad
Köder Karpfen Boillies - Muschel / Erdbeer / Kartoffelaroma, Grundmontage
2 Karpfen
Köder Hecht/Zander Köderfisch 15cm Rotauge, Grundmontage
Kein Biss
Köder Karpfen Tauwurm, Posenmontage 1,5 m
1 Karpfen 7,9Kg
Dit nenne ick mal Fisch - mein Freund !



