Berlin - Konradshöhe
Durch niedrige Bodenpreise und im Zuge der Norderweiterung, siedelten sich viele Großstädter in den Vororten an. Am 22. November 1865 beantragte der damalige Kupferschmiedmeister August Friedrich Theodor Rohmann eine Baugenehmigung für eine Kupferschmiede mit Wohngebäude, Unterkellerung, Ställen und Umfassungsmauer. Diese Genehmigung wurde abgelehnt, aufgrund einer Nichtentsprechung der Feuersicherheitsvorschriften. Trotz der Ablehnung begann Rohmann mit den Baumaßnahmen. Eine daraufhin erteilte Konventionalstrafe mit einem dazu gefügten Baustopp, konnte Rohmann trotzdem nicht aufhalten und baute an seinem Vorhaben munter weiter. Nach drei weiteren Jahren erteilte schließlich das Amt Spandau die notwendige Baugenehmigung. Allerdings stand zu dieser Zeit schon die geplante Kupferschmiede fix und fertig.
Der königliche Regierungspräsident zu Potsdam erlaubte am 20 Oktober 1868 das Gehöft nach seinem geborenen Sohn „Conradshöhe“ zu benennen. Hiermit war die Grundlage für die neue Kolonie Konradshöhe geschaffen. Nach diversen Streitigkeiten, erweiterte Rohmann sein Anwesen um weitere 24 Morgen Land. Er baute neben der Kupferschmiede ein Kesselhaus mit einem 20 Meter hohen Schornstein und nannte seine Fabrik Dampfwerk für eiserne Verschraubungen und Apparatringe. Da das Metallgewerbe 1891 sich nicht rentierte, gestaltete er sein Anwesen in eine Gaststätte um die als Konradshöher Terrassen eröffneten.
Als sich Rohmann 1902 aufgrund seines Herz und Asthma Leidens das Leben nahm, verkaufte seine Frau das Anwesen für 75000 Mark. Wilhelm Reinhold erwarb 1918 das Anwesen, was sein Sohn dann umbaute. Der Umbau sah aus wie eine Tropfsteinhöhle und hatte den Namen Feen-Grotte. Diese Gaststätte blieb drei Jahrzehnte in Familienbesitz, bis 1979 eine Baugesellschaft aus Hannover diese erwerben konnte. Im September wurde dann Das älteste Gebäude von Konradshöhe abgerissen und durch Eigentumswohnungen und Doppelhäuser ersetzt. Heute liegt noch ein Fahrgastschiff mit dem Namen Feen-Grotte in der Nähe des Gaststättengeländes